Guten Tag Welt!

So lange hab ich dich gehört und gefühlt..endlich kann ich dich sehen und entdecken. Hurra!      

Ich, Rebecca Marie bin da!

Ich freue mich darauf, dich, liebe Welt, kennenzulernen!

 

 

* 04.06.2012, 09:24 Uhr

2900 g, 49 cm

 

bei Papa auf dem Arm...

 

 

 

Am 04.06.2012 um 09:24 Uhr konntet ihr mich zum ersten Mal hören. Meine Mama lag auf dem OP-   Tisch und der Papa sass hinter ihr.

Ob ihm schwindelig war? Ob er ängstlich war? Oder einfach nur müde?

Meine Mama lag da ganz entspannt, wie mir schien. Um sie herum waren sooooo viele Menschen... alle  in blau angezogen... ausser der Papa, der war grün angezogen. MIT Mütze! Ich weiss, dass ich ihn nie wieder mit Mütze sehen werde.

Zwei Damen standen vor Mama und rüttelten an meinem bis dahin so warmen, vertrauten Heim. Hey,  was machen die da? Hilfe, Einbrecher! Das ist ja Hausfriedensbruch! Aber mein Protest half nicht, sie schnitten einfach in meine warme Wohnung. Und dann hoben die mich da raus.

Und es war kalt draussen und so hell. Ich war zudem noch nackt! Ich zog mich schnell zusammen, weil nackt vor wildfremden Menschen, das mag ich ja gar nicht.

Ich schrie, drei Mal, zaghaft. Ich wollte die beiden Damen ja nicht noch mehr provozieren, indem ich denen gezeigt hätte, wie laut ich wirklich sein kann. Wer weiss, was die dann noch mit mir gemacht hätten! Sie haben mir ja schon meine Wohnung gestohlen. Einfach so!

Außerdem hatte Mama so ein paar Tränen im Auge. Wenn ich also lauter schreie, heult sie ja richtig! Darum lass ich das lieber. Wobei.. sie hat Tränen in den Augen und gleichzeitig ein Lächeln auf dem Mund? Mutter, entscheide dich doch mal, was du willst..entweder lachen oder weinen!

Ich hatte keine Zeit, darüber noch länger nachzudenken. Eine kleine Frau nahm mich schnell auf den Arm und flitzte an meiner Mama vorbei zu einem Platz mit viel Licht. Da war es warm.

Doch hey! Was macht die denn da? Schiebt mir einfach ein Schläuchlein in die Nase! Wie ekelig war  DIE denn? Also wenn das immer so geht auf dieser Welt, dann möchte ich wieder zurück, da, in meine Wohnung bei Mama!

Als die nun endlich genug an mir gezuppelt und gemessen hat, drückte sie mich Papa auf den Arm.

Papa stand da und wirkte ein wenig hilflos. Ohje, hoffentlich lässt der mich nicht fallen! Du kannst mich ruhig fest in den Arm nehmen, Papa. Ich geh schon nicht kaputt!

Papa wurde mit mir dann in ein Zimmer geschickt, welches Kreißsaal hiess.. Mama wurde von den  beiden "blauen" Damen noch zugenäht.

Papa hielt mich da auf dem Arm und ich guckte ihn mir genau an. Seine Augenfarbe hätte mich interessiert, aber ich konnte sie nicht sehen Er ist ja immer wieder eingeschlafen.

Und so war ich froh, als endlich Mama zu mir gebracht wurde. Ich hab sie mir ganz genau angeguckt. Doch, ich glaube, mit ihr halte ich es aus. Sie hat mich die ganze Zeit lieb angelächelt und mich in ihren Arm genommen.

Dann ist die böse Frau wiedergekommen, die mir den Schlauch in die Nase geschoben hat. Ich blieb ganz still, vielleicht sieht sie mich ja nicht?

Das war ein frommer Wunsch. Sobald sie bei Mama und mir war, drehte sich mich ein bisschen unsanft auf die Seite und schob mir etwas von Mama in den Mund. Ich soll wohl ersticken? Hey! Doch halt..hm.. das riecht hier nach, hm, nach Milch! Endlich etwas zu essen!

Leider war das Essen so anstrengend, dass ich es einfach nicht geschafft habe, ausreichend zu mir zu nehmen. Nach drei Tagen fand das auch eine Frau namens Hebamme heraus und so bekam ich Kunstmilch aus der Flasche.

Das war nun also der erste Tag in meinem Leben auf dieser Welt.

War doch gar nicht so schlecht, aber sag das bloss nicht weiter!

 

 

 

Zunächst jedoch beginnt alles mit

"wir werden Eltern!"

Anfang Oktober 2011 erfuhren wir: du bist unterwegs.

Eine aufregende Zeit begann. Mir war es oft übel. Wenigstens blieb mir das Erbrechen erspart. Du wurdest größer und größer und im Dezember hatte ich schon einen richtigen Bauch. Aufgefallen ist der aber niemandem, weil ich ja ohnehin stabil gebaut bin :-D.

Im Januar ging es dann gesundheitlich nicht mehr so gut und die nette Frau Doktor entschied, dass ich nicht mehr arbeiten darf.

Ich jedoch fühlte mich sehr wohl. Irgendwann im März habe ich dich zum ersten Mal gespürt. Zum Ende hin hattest du viel Schluckauf. Es fühlt sich lustig an, wenn der Bauch rhythmisch hüpft.

Im April waren wir feiern. Ich war als einzige Person nüchtern. Wir haben getanzt und ich glaube, das hat dir gut gefallen. Offensichtlich hat dich auch die laute Musik nicht gestört. Mir ging es gut und dir ebenso.

Im Mai wurde es dann beschwerlich. Es war so heiss und drückend. Ich nahm inzwischen viele Medikamente und musste mir mehrmals täglich verschiedene Spritzen verabreichen, weil die Ärzte das so angeordnet haben. Ich tat alles, weil ich wollte, dass es dir gut geht.

Dennoch wurde ich immer mehr krank und so beschloss man, dich schon früher abzuholen als eigentlich vorgesehen war.

Was für eine gute Entscheidung! Und so kamst du 16 Tage früher als berechnet zu uns. Du warst sehr zierlich und eher kurz gewachsen...aber das hast du sehr sehr schnell aufgeholt! Ich bin stolz auf dich!



Sie sind Besucher Nr.

Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!